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Sitzungsvorlage - 0176/18  

Betreff: Beschluss zur Durchführung des 3000Grad-Festivals 2019
Status:öffentlichSitzungsvorlage-Art:Sitzungsvorlage
Federführend:Fachbereich Bauen, Umwelt & Bürgerdienste Bearbeiter/-in:Dr. Stöhring, Reiner
Beratungsfolge:
Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft Entscheidung
04.10.2018 
Sitzung der Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Problemdarstellung/Sachverhalt:

Problemdarstellung/Sachverhalt:

Am 02.10.2018 bat die Vorsitzende des 3000Grad Musik und Kultur e.V., Frau Müller, um schnellstmögliche Genehmigung des 3000Grad-Festivals 2019. Der Sitzungstermin der Gemeindevertretung im Dezember wäre bereits zu spät, um das Festival in gewohnter Qualität vorzubereiten und die Künstler buchen zu können. Auch die Konkurrenzsituation beim Kartenvorverkauf für die kommende Festivalsaison spielt hierbei eine Rolle.

Das Festival 2018 verlief insgesamt wieder routiniert und unaufgeregt. Mit dem Umweltamt des Landkreises konnten zur Grundstücksnutzung im LSG gute Kompromisse erzielt werden. Eine Auswertungsveranstaltung mit den betroffenen Trägern öffentlicher Belange und sonstigen Institutionen ist für Mitte Oktober eingetaktet.

 

Natürlich war es kein „ruhiges“ Festival, wie es Medien teilweise in Unkenntnis darstellten. Sie setzten fälschlicherweise die Anzahl eingegangener Beschwerden mit der Lautstärke der Veranstaltung gleich. Die Situation ist aber ungleich komplexer. Natürlich haben die angeordneten technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie die Selbstüberwachung des Veranstalters zu einer Verbesserung der Immissionsproblematik geführt. Das führt auch der Bericht des beauftragten Akustikbüros, welches eine engmaschige Überwachung durchführte und bei Messwertüberschreitungen sofort eingriff, so aus. Vielmehr ist aber auch der Umgang der Einwohner (wie auch der Gäste) mit einem Wandel zwischen den Ebenen Identifikation - Akzeptanz - Toleranz – Ablehnung verbunden. Es wird immer Menschen geben, die sich gestört fühlen. Das deutsche Immissionsschutzrecht geht aber von dem Ansatz des Störempfindens eines durchschnittlich verständigen Bürgers aus. „Durchschnittlich“ impliziert dabei schon, dass es zwangsweise Toleranzabweichungen nach unten und nach oben gibt. Manch einem ist es immer noch nicht „laut“ genug, andere stört bereits ein entfernt vorbeifahrendes Motorrad. Als Unterstützung zur Objektivierung und als Rahmen für Ermessensentscheidungen gibt es immissionsschutzrechtliche Vorgaben wie die Freizeitlärm-Richtlinie, an die sich die Gemeinde als zuständige Immissionsschutzbehörde hält.

 

Das Festival soll vom 09. – 12. August 2019 am bekannten Standort in Feldberg stattfinden.

Insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 gab es Beschwerden wegen Lärmstörungen vor allem aus dem Raum Carwitz und Thomsdorf (Zeltplatz). Auf den Auswertungsveranstaltungen zu den Festivals 2015 und 2016 wurden seitens der Gemeinde Forderungen nach einem verbesserten aktiven Schallschutz aufgemacht, um das Festival weiterhin am Standort Feldberg durchführen zu können. Dies auch unter dem Aspekt, dass der Ortsteil Feldberg seit 1. Oktober 2015 Staatlich anerkannter Kneipp-Kurort ist. In den Jahren 2017/18 wurden durch den Veranstalter weitere Maßnahmen zur Belastungsminderung ergriffen, wie die Errichtung einer Lärmschutzwand aus wassergefüllten Containern und die Einbindung eines Akustikbüros, über welches Echtzeitermittlungen der Schallpegel an vordefinierten Emissionsorten möglich waren und bei Überschreitungen oder nachvollziehbaren Beschwerdelagen umgehend Schallpegelanpassungen erfolgten.

Weitere Schutzmaßnahmen, auch für das NSG „Schmaler Luzin“, kosten zusätzliches Geld. Um diese zusätzlichen Kosten decken zu können, beantragen die Veranstalter, 4.800 Besucher zuzulassen.

Sofern die mit dem kreislichen Umweltamt erzielte Kompromisslösung auch in den kommenden Jahren greift, wäre die Unterbringungskapazität abgesichert.

 

Im Interesse der Planungs- und Investitionssicherheit beantragen die Veranstalter zugleich, das Festival auch in den Jahren 2020 bis 2021 durchführen zu können.

 


Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

1. Die Gemeindevertretung stimmt der Durchführung des 3000Grad-Festivals in der Zeit vom 09. – 12. August 2019 unter der Bedingung zu, dass weiterhin belastbare Planungen und technische Umsetzungsmöglichkeiten zur Einschränkung der Immissionen vorgelegt und umgesetzt werden. Die Gemeinde sichert den Veranstaltern gleichzeitig die Durchführung des Festivals in den Jahren 2020 und 2021 unter Einhaltung der bekannten Voraussetzungen und Bedingungen zu.

2. Die Gemeindevertretung stimmt einer Besucherzahl von 4.800 unter der Maßgabe zu, dass der Nachweis der logistischen Absicherung aller zu betrachtenden Rechtsgebiete (z.B. Brandschutz, sanitätsdienstliche Absicherung etc.) erbracht ist. Insbesondere ist die Gewährleistung einer ausreichenden Campingplatz- und PKW-Stellfläche nachzuweisen.

3. Gemeinsam mit den Veranstaltern sowie den Naturschutzbehörden sind Lösungen zu entwickeln, die verfrühtes Anreisen zum Festival mit der Folge illegalen Übernachtens unattraktiv machen.

4. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem Veranstalter und weiteren Behörden sowie Institutionen die erforderlichen Vorbereitungen zur sicheren und störungsarmen Durchführung des Festivals zu organisieren.

Individuell festzulegende Beschallungszeiten analog der Jahre 2014 bis 2018 werden aufgrund der überregionalen Bedeutung des Festivals in Anwendung der Vorgaben als „Seltenes Störereignis“ der Freizeitlärm-Richtlinie M-V genehmigt, wobei innerhalb der genehmigten Zeiten eine spürbare Immissionsminderung nachzuweisen ist.

 


Stellungnahme Finanzverwaltung / Controlling:

 

Finanzielle Auswirkungen

ja

 

nein

 

 

Kostenstelle

Kostenträger

Ertragskonto

Aufwandskonto

Bestandskonto

 

 

 

 

 

 


Anlage/n: