Inhaltsbereich

Bürgerinformationssystem

Sitzungsvorlage - 0079/18  

Betreff: Beschluss zum Antrag auf Änderung der Ergänzungssatzung (früher Abrundungssatzung) Koldenhof
Status:öffentlichSitzungsvorlage-Art:Sitzungsvorlage
Federführend:Fachbereich Bauen, Umwelt & Bürgerdienste Bearbeiter/-in: Zemlin, Katrin
Beratungsfolge:
Ortsrat Dolgen Vorberatung
12.06.2018 
Sitzung des Ortsrates Dolgen (offen)   
Bau- und Entwicklungsausschuss Vorberatung
19.06.2018 
Sitzung des Bau- und Entwicklungsausschusses ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
25.06.2018 
Sitzung des Hauptausschusses (offen)   
Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft Entscheidung
28.06.2018 
Sitzung der Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Problemdarstellung/Sachverhalt:

Problemdarstellung/Sachverhalt:

Seit 1996 gibt es eine rechtskräftige Abrundungssatzung (jetzt Klarstellungs- und Ergänzungssatzung) für den Ortsteil Koldenhof. Bestandteil der Satzung sind ebenfalls Textliche Festsetzungen, welche unter A.3. Folgendes vorschreiben: „Die Dächer sollen als Satteldach (Krüppelwalmdach möglich) mit einer Neigung von 40°- 60° ausgebildet werden“. Unter Punkt A 5. Ist Folgendes festgelegt: „Als Fassade kommen Putz sowie rote bzw. braune Klinker (kein Kunststoff) in Frage“.

Mit Datum vom 11.03.2018 wurde durch einen Eigentümer aus dem Kirchsteig in Koldenhof ein Antrag auf Änderung der Abrundungssatzung Koldenhof gestellt. Er möchte ein Holzhaus mit einer Dachneigung von 18° im Bereich des Kirchsteiges auf seinem Grundstück errichten. Nach der gültigen Satzung wäre dies nicht möglich. Begründet wurde der Antrag damit, dass in unmittelbarer Nachbarschaft bereits 6 Blockbohlenhäuser stehen, so dass sich das geplante Haus in die vorhandene Bebauung einfügen würde. Ferner wird als Begründung herangezogen, dass sich das betroffene Grundstück am Kirchsteig befindet, einer unbefestigten Straße abseits der Hauptstraße, die als Sackgasse endet.

Die Ortslage Koldenhof stellt sich als Straßendorf dar. Hier ist es wichtig, den Charakter des Straßendorfes zu erhalten und entlang der Lindenallee, als Haupterschließungsstraße für das Dorf, die Festsetzungen so zu treffen, dass die Gebäude sich in Dimension, Kubatur und Materialwahl der regionaltypischen Bauweise anpassen.

Das Orts- bzw. Landschaftsbild ist ein wesentlicher Tourismusfaktor:

„Baukulturelle Eigenarten und ortstypische Bauformen werden von den Erholungssuchenden erkannt und positiv bewertet. Allerweltsarchitektur rangiert hingegen auf den hinteren Rängen. Es sind ganz offensichtlich die Bauwerke, die den Orten eine unverwechselbare Identität und Eigenart verleihen. Ihr Verlust würde bedeuten, daß die Einprägsamkeit der Landschaft und ihrer Orte bei den Erholungssuchenden verloren geht.“ (HARFST 1994, „Erlebnisqualität baulicher Strukturen in Fremdenverkehrsgemeinden“)“.

Es befinden sich nachweislich schon etliche Holzhäuser im Bereich des Kirchsteigs in Koldenhof, allerdings mit einer Dachneigung entsprechend geltender Satzung. Auch alle anderen vorhandenen Wohnhäuser im Kirchsteig haben eine Dachneigung entsprechend der geltenden Satzung von 40° - 60°. Der Kirchsteig befindet sich abseits der Lindenallee und ist nicht prägend für das Ortsbild.

Es sollte nur für den Bereich der Grundstücke links und rechts des Kirchsteigs (außer die Eckgrundstücke zur Lindenallee) als Fassadenmaterial zusätzlich Holz zugelassen werden. Die vorgegebene Dachneigung von 40° - 60°sollte nicht geändert werden, da im Kirchsteig die vorhandene Dachneigung dieser Dachneigung entspricht, auch bei den angeführten Holzhäusern.

 

Außerdem soll für das Flurstück 71/9 in der Flur 1 der Gemarkung Koldenhof die Festsetzung Nr. A 4 zur traufständigen Bebauung parallel zur Straße ausnahmsweise wegfallen, da es sich hier um ein sehr schmales Grundstück mit einer max. Breite an der Straße von 14 m handelt. Somit ist nur eine giebelständige Bebauung zur Straße möglich.


Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

Dem Antrag auf Zulassung des zusätzlichen Fassadenmaterials in Holz nur für den Bereich der Grundstücke links und rechts des Kirchsteigs (außer die Eckgrundstücke zur Lindenallee) in den Textlichen Festsetzungen der Klarstellungs- und Ergänzungssatzung (früher Abrundungssatzung) für den Ortsteil Koldenhof wird zugestimmt. Dem Antrag auf Änderung der möglichen Dachneigung von 18 ° wird nicht zugestimmt.

 

  1.      Die fortgeltende Klarstellungs- und Ergänzungssatzung Koldenhof soll im Geltungsbereich (siehe Übersichtsplan) links und rechts der Straße „Kirchsteig“ (außer die Eckgrundstücke an der Lindenallee) und auf dem Flurstück 71/9 wie folgt geändert werden:

-          Es wird zusätzlich als Fassadenmaterial Holz zulässig.

-          Die Traufe ist auf dem Flurstück 71/9 ausnahmsweise nicht parallel zur Straße anzuordnen.

  1.      Gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgt die Beteiligung der Öffentlichkeit durch Auslegung der Entwurfsunterlagen.

Die Beteiligung der berührten Behörden und Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB wird durchgeführt.

 

Dieser Beschluss ist nach § 2 Abs. 1 BauGB ortsüblich bekannt zu machen.


Stellungnahme Finanzverwaltung / Controlling:

 

Finanzielle Auswirkungen

ja

 

nein

x

 

Kostenstelle

Kostenträger

Ertragskonto

Aufwandskonto

Bestandskonto

 

 

 

 

 

 


Anlage/n:

Antrag auf Änderung Abrundungssatzung

Abrundungssatzung

Textliche Festsetzungen

Übersichtsplan

Luftbild

Begründung 1. Änderungssatzung

Textsatzung 1. Änderung

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 2018-05-30 Begründung (13 KB)      
Anlage 2 2 Abrundungssatzung Koldenhof 1996 (264 KB)      
Anlage 3 3 Textliche Festsetzungen Abrundungssatzung Koldenhof 1996 (100 KB)      
Anlage 4 4 2018-06-05 - Übersichtsplan 1. Änderung Koldenhof 1 4000 (163 KB)      
Anlage 5 5 Luftbild 1. Änderung Koldenhof (865 KB)      
Anlage 6 6 2018-05-30 Textsatzung (12 KB)      
Anlage 7 7 2018-03-11 Antrag auf Änderung der Abrundungssatzung Koldenhof (2844 KB)