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Auszug - Beschluss zum Antrag auf Änderung der Ergänzungssatzung (früher Abrundungssatzung) Koldenhof  

Sitzung der Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft
TOP: Ö 5.4
Gremium: Gemeindevertretung Feldberger Seenlandschaft Beschlussart: geändert beschlossen
Datum: Do, 28.06.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 20:25 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal, Haus des Gastes
Ort: Strelitzer Str. 42, 17258 Feldberger Seenlandschaft
0079/18 Beschluss zum Antrag auf Änderung der Ergänzungssatzung (früher Abrundungssatzung) Koldenhof
   
 
Status:öffentlichSitzungsvorlage-Art:Sitzungsvorlage
Federführend:Fachbereich Bauen, Umwelt & Bürgerdienste Bearbeiter/-in: Zemlin, Katrin
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Beratungsverlauf:

Frau Zemlin erläutert die Vorlage und ergänzt, dass der Ortsrat Dolgen sowie der Hauptausschuss für eine Änderung der Dachneigung von 18° gestimmt haben. Der Bau- und Entwicklungsausschuss war wiederrum gegen diese Dachneigung. Herr Karberg stellt den geänderten Beschlussvorschlag mit einer möglichen Dachneigung von 18°zur Abstimmung.

 

Problemdarstellung/Sachverhalt:

Seit 1996 gibt es eine rechtskräftige Abrundungssatzung (jetzt Klarstellungs- und Ergänzungssatzung) für den Ortsteil Koldenhof. Bestandteil der Satzung sind ebenfalls Textliche Festsetzungen, welche unter A.3. Folgendes vorschreiben: „Die Dächer sollen als Satteldach (Krüppelwalmdach möglich) mit einer Neigung von 40°- 60° ausgebildet werden“. Unter Punkt A 5. Ist Folgendes festgelegt: „Als Fassade kommen Putz sowie rote bzw. braune Klinker (kein Kunststoff) in Frage“.

Mit Datum vom 11.03.2018 wurde durch einen Eigentümer aus dem Kirchsteig in Koldenhof ein Antrag auf Änderung der Abrundungssatzung Koldenhof gestellt. Er möchte ein Holzhaus mit einer Dachneigung von 18° im Bereich des Kirchsteiges auf seinem Grundstück errichten. Nach der gültigen Satzung wäre dies nicht möglich. Begründet wurde der Antrag damit, dass in unmittelbarer Nachbarschaft bereits 6 Blockbohlenhäuser stehen, so dass sich das geplante Haus in die vorhandene Bebauung einfügen würde. Ferner wird als Begründung herangezogen, dass sich das betroffene Grundstück am Kirchsteig befindet, einer unbefestigten Straße abseits der Hauptstraße, die als Sackgasse endet.

Die Ortslage Koldenhof stellt sich als Straßendorf dar. Hier ist es wichtig, den Charakter des Straßendorfes zu erhalten und entlang der Lindenallee, als Haupterschließungsstraße für das Dorf, die Festsetzungen so zu treffen, dass die Gebäude sich in Dimension, Kubatur und Materialwahl der regionaltypischen Bauweise anpassen.

Das Orts- bzw. Landschaftsbild ist ein wesentlicher Tourismusfaktor:

„Baukulturelle Eigenarten und ortstypische Bauformen werden von den Erholungssuchenden erkannt und positiv bewertet. Allerweltsarchitektur rangiert hingegen auf den hinteren Rängen. Es sind ganz offensichtlich die Bauwerke, die den Orten eine unverwechselbare Identität und Eigenart verleihen. Ihr Verlust würde bedeuten, dass die Einprägsamkeit der Landschaft und ihrer Orte bei den Erholungssuchenden verloren geht.“ (HARFST 1994, „Erlebnisqualität baulicher Strukturen in Fremdenverkehrsgemeinden“)“.

Es befinden sich nachweislich schon etliche Holzhäuser im Bereich des Kirchsteigs in Koldenhof, allerdings mit einer Dachneigung entsprechend geltender Satzung. Auch alle anderen vorhandenen Wohnhäuser im Kirchsteig haben eine Dachneigung entsprechend der geltenden Satzung von 40° - 60°. Der Kirchsteig befindet sich abseits der Lindenallee und ist nicht prägend für das Ortsbild.

Es sollte nur für den Bereich der Grundstücke links und rechts des Kirchsteigs (außer die Eckgrundstücke zur Lindenallee) als Fassadenmaterial zusätzlich Holz zugelassen werden. Die vorgegebene Dachneigung von 40° - 60°sollte nicht geändert werden, da im Kirchsteig die vorhandene Dachneigung dieser Dachneigung entspricht, auch bei den angeführten Holzhäusern.

 

Außerdem soll für das Flurstück 71/9 in der Flur 1 der Gemarkung Koldenhof die Festsetzung Nr. A 4 zur traufständigen Bebauung parallel zur Straße ausnahmsweise wegfallen, da es sich hier um ein sehr schmales Grundstück mit einer max. Breite an der Straße von 14 m handelt. Somit ist nur eine giebelständige Bebauung zur Straße möglich.

 

 


Beschluss:

[ ] Entsprechend des Beschlussvorschlages

[X] Entsprechend des Beschlussvorschlages mit folgender Ergänzung: Die Dachneigung von 18°wird gemäß dem Antrag in der Klarstellungs- und Ergänzungssatzung mit aufgenommen und zugestimmt.

 

Beschlussvorschlag:

Dem Antrag auf Zulassung des zusätzlichen Fassadenmaterials in Holz nur für den Bereich der Grundstücke links und rechts des Kirchsteigs (außer die Eckgrundstücke zur Lindenallee) in den Textlichen Festsetzungen der Klarstellungs- und Ergänzungssatzung (früher Abrundungssatzung) für den Ortsteil Koldenhof wird zugestimmt. Dem Antrag auf Änderung der möglichen Dachneigung von 18 ° wird nicht zugestimmt.

 

  1.       Die fortgeltende Klarstellungs- und Ergänzungssatzung Koldenhof soll im Geltungsbereich (siehe Übersichtsplan) links und rechts der Straße „Kirchsteig“ (außer die Eckgrundstücke an der Lindenallee) und auf dem Flurstück 71/9 wie folgt geändert werden:

-          Es wird zusätzlich als Fassadenmaterial Holz zulässig.

-          Die Traufe ist auf dem Flurstück 71/9 ausnahmsweise nicht parallel zur Straße anzuordnen.

  1.       Gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgt die Beteiligung der Öffentlichkeit durch Auslegung der Entwurfsunterlagen.

Die Beteiligung der berührten Behörden und Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 2 BauGB wird durchgeführt.

 

Dieser Beschluss ist nach § 2 Abs. 1 BauGB ortsüblich bekannt zu machen.

 

 


Abstimmungsergebnis:

 

anwesend

ja

nein

Enthaltung

ausgeschl.*

12

11

0

1

0